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Frühjahrs-Branchentreffen 2019

Digitalisierung im Schweizer Bau- und Immobilienwesen

Dies das Thema zu dem der Regionalverband auf Dienstag, 28. Mai ins Rössli in Illnau-Effretikon eingeladen hat. Gehalten hat das Referat Peter Scherer von der Fachhochschule Nordwestschweiz, FHW an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik. Wer meint, mit Robotik sei die ganze Geschichte im Kasten, der sieht sich wohl nach diesem Referat in seinem Glauben massiv getäuscht.

Hier steht die Präsentation von Peter Scherer zum Downoad zur Verfügung – aus Gründen der Dateigrösse ist sie in zwei Teile geteilt worden – herzlichen Dank an Peter Scherer für seine Einwilligung:
Teil 1 [pdf, 16.4 MB]
Teil 2 [pdf, 24.3 MB]

Peter Baumann, Präsident des Regionalverbandes hat zu diesem Anlass begrüsst, sich über die interessierten Mitglieder gefreut und nach einer kurzen Rückblende auf das Herbstbranchentreffen – Partner sind wertvoller als blosse Leistungserbringer – Peter Scherer das Wort übergeben. In der Tat, Daniel Rhyner und Peter Scherer haben durchaus ähnliche Ansätze zu einer Problematik, die der Lösung harrt.

Die Arbeit der Gebäudetechniker ist ja in einem ganzen Prozessstrang eingebettet und dieser wiederum widerspiegelt in seiner Ausgestaltung unsere Kultur und ... wir können uns natürlich absolut hinter dieser Komplexität verstecken ... eigentlich muss sich alles ändern! Digitalisierung heisst nicht, alles aktuell Papierene auf Daten zu übertragen, sondern Abläufe schaffen, die digital ineinandergreifen, Prozesse, die auf dem Ursprung der ganzen Geschichte aufstocken und Daten als Grundlage übernehmen und verfeinern. Daten – das läuft auf unüberschaubare Datenmengen und auf eine Komplexität hin, dass diese nicht manuell sortiert und ausgewählt werden können, sondern von Programmen zu nächsten Schritten selektioniert und weiterverwendet werden.

Die heute nach wie vor gängige Praxis der rollenden Planung, dieweil der Bauherr am laufenden Bau wie dieser selber zusammen mit seinem Projekt wächst und damit laufend neue Tatsachen geschaffen werden, und liegen diese auch nur im Zentimeter-Bereich, das geht nicht Hand in Hand einher mit der Digitalisierung. Diese kann nur dann erfolgreich sein, wenn eine saubere Analyse der Wünsche und Möglichkeiten zu einer Zielsetzung führt und diese Schritt für Schritt verfeinert wird und am Ende dieses Prozesses die Voraussetzungen für eine Realisierung geschaffen ist, die stur diesen Vorgaben folgen kann. Irgendwo Mitten drin mit Robotik anzusetzen, wenn schon die Grundmasse am Bau Toleranzen aufweisen, die eine angepasste Realisierung verlangen, heisst das Pferd am Schwanz aufzuzäumen.

Vieles spricht dafür, dass künftig mehr Vorfabriziertes in den Bau integriert wird, aber auch dieses Vorgehen verlangt saubere und genaue Grundlagen, die nur aufgrund einer geradlinigen Vorgehensweise entstehen können. Eine Effizienz­steigerung beinhaltet diese Arbeitsweise aber zweifelslos, die Digitalisierung kann sie jedoch nicht ersetzen.

Peter Scherer hat deutlich gemacht, was Digitalisierung im Bau- und Immobilienwesen ausmacht, und dass wohl keine «Abkürzungen» auf dem Weg dahin einen Ersatz bedeutet. Bleibt zu hoffen, dass wir uns mit unserer Kultur nicht auf ewige Zeiten im Weg stehen.

Nach der Verdankung dieses spannenden Referats und einiger interessanter Fragen dazu aus dem Publikum, die Peter Scherer beantwortet hat, hat Peter Baumann das Wort an Marcel Müller, Sekretär des Regionalverbandes übergeben. Einige Aktualitäten hat er trotz der fortgeschrittenen Zeit noch unter die Leute bringen wollen.

So Informationen über Marco Ubertos derzeitige schwergewichtige Verbands­bot­schafter­tätigkeit bspw. bei den Tüftelworkshops, seine Besuche an Schulen, am Lehrstellenmarkt, der Berufsmesse und an Workshops für Lehrer. Für die Imagekampagne WIR, DIE GEBÄUDETECHNIKER werden demnächst wieder neue Angebote lanciert werden. Und für künftige Branchentreffen ist das Sekretariat und der Vorstand dankbar für Tipps und Wünsche. Mit einer kurzen Info zu den Themen der Delegiertenversammlung hat Marcel Müller geschlossen und die Anwesenden zum Apéro eingeladen, der nicht nur die kulinarischen Bedürfnisse mehr als erfüllt hat, sondern auch ausgiebig zum Austausch genutzt worden ist.

für die suissetec-nordostschweiz Marcel Künzi, Ende Mai 2019